FDM vs. SLS: Welches 3D-Druckverfahren ist das richtige?
Wer sich mit professionellem 3D-Druck beschäftigt, stößt schnell auf zwei der bekanntesten additiven Fertigungsverfahren: FDM und SLS. Beide Technologien ermöglichen die Herstellung individueller Kunststoffteile direkt aus einem digitalen 3D-Modell. Bei Material, Stabilität, Oberflächenqualität, Gestaltungsfreiheit, Kosten und Produktionsweise unterscheiden sich die Verfahren jedoch deutlich.
Der Vergleich FDM vs. SLS ist besonders wichtig, wenn Prototypen, Ersatzteile, Vorrichtungen, funktionale Bauteile oder Kleinserien gefertigt werden sollen. Während beim FDM-Verfahren thermoplastisches Filament durch eine beheizte Düse verarbeitet wird, arbeitet das SLS-Verfahren mit Kunststoffpulver und einem Laser.
Welches Verfahren besser geeignet ist, hängt deshalb nicht nur vom gewünschten Material ab. Auch Stückzahl, Geometrie, mechanische Belastung, Oberflächenanforderungen und Budget spielen eine wichtige Rolle.
Kurz zusammengefasst: FDM ist besonders flexibel, vergleichsweise kostengünstig und hervorragend für Prototypen, Vorrichtungen und Einzelteile geeignet. SLS bietet dagegen eine besonders hohe geometrische Gestaltungsfreiheit und eignet sich hervorragend für komplexe Funktionsteile und Kleinserien.
Was ist FDM 3D-Druck?
FDM steht für Fused Deposition Modeling. Ebenfalls häufig verwendet wird die Bezeichnung FFF, kurz für Fused Filament Fabrication. Das Verfahren gehört zu den weltweit bekanntesten Methoden der additiven Fertigung und kommt sowohl bei Desktop-3D-Druckern als auch in professionellen industriellen Anlagen zum Einsatz.
Beim FDM-Druck befindet sich das Ausgangsmaterial normalerweise auf einer Filamentrolle. Das Kunststofffilament wird einem beheizten Druckkopf zugeführt und dort auf die notwendige Verarbeitungstemperatur gebracht.
Anschließend drückt die Düse den geschmolzenen Kunststoff gezielt auf eine Bauplattform. Der Druckkopf folgt dabei den zuvor vom Slicer berechneten Bahnen. Nachdem eine Schicht fertiggestellt wurde, beginnt die Herstellung der nächsten Schicht.
Auf diese Weise entsteht das gewünschte Bauteil Schicht für Schicht.
Typische Materialien für FDM
Eine der großen Stärken des FDM-Verfahrens ist die enorme Auswahl unterschiedlicher Filamente. Je nach eingesetztem Drucker können Materialien mit sehr unterschiedlichen mechanischen, thermischen und optischen Eigenschaften verarbeitet werden.
- PLA
- PETG
- ABS
- ASA
- TPU
- Polyamid beziehungsweise Nylon
- Polycarbonat
- glasfaserverstärkte Kunststoffe
- kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe
- technische Hochleistungskunststoffe
Dadurch lässt sich ein FDM-Druck sehr genau auf den jeweiligen Einsatzzweck abstimmen. Für ein einfaches Anschauungsmodell gelten beispielsweise ganz andere Anforderungen als für eine mechanisch belastete Maschinenhalterung.
Was ist SLS 3D-Druck?
SLS steht für Selective Laser Sintering, auf Deutsch selektives Lasersintern. Im Gegensatz zum FDM-Druck kommt hierbei kein Filament zum Einsatz. Das Ausgangsmaterial liegt in Form eines feinen Pulvers vor.
Während des Druckprozesses wird zunächst eine dünne Schicht Kunststoffpulver gleichmäßig im Bauraum verteilt. Ein Laser fährt anschließend gezielt über die Bereiche, aus denen das spätere Bauteil entstehen soll.
Durch die Wärmeeinwirkung verbinden sich die Pulverpartikel miteinander. Anschließend wird eine weitere dünne Pulverschicht aufgetragen und ebenfalls selektiv bearbeitet.
Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis das komplette Bauteil innerhalb des Pulverbetts entstanden ist.
Typische Materialien für SLS
Beim SLS-Druck werden häufig technische Kunststoffe eingesetzt. Besonders verbreitet sind Polyamide.
- PA12
- PA11
- TPU
- glasgefüllte Polyamide
- mineralgefüllte Kunststoffe
- spezielle technische Polymerpulver
Insbesondere PA12 wird häufig für funktionale Bauteile verwendet. Das Material bietet eine interessante Kombination aus Festigkeit, Zähigkeit, geringem Gewicht und guter chemischer Beständigkeit.
FDM vs. SLS: Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich
Obwohl sowohl FDM als auch SLS zu den additiven Fertigungsverfahren gehören, unterscheidet sich der eigentliche Herstellungsprozess grundlegend.
Beim FDM-Verfahren wird Material gezielt aus einer Düse aufgetragen. Beim SLS-Verfahren entsteht das Bauteil dagegen innerhalb eines Pulverbetts.
Dieser Unterschied beeinflusst die Gestaltungsmöglichkeiten, die Nachbearbeitung, die mechanischen Eigenschaften und die Wirtschaftlichkeit der Produktion.
| Kriterium | FDM Verfahren | SLS Verfahren |
|---|---|---|
| Materialfokus | Sehr breite Vielfalt, beispielsweise ASA und CF-Compounds | Technische Pulverwerkstoffe, häufig PA12 Nylon |
| Bauteilstruktur | Infill individuell einstellbar, beispielsweise 20 bis 100 Prozent | Weitgehend homogene Materialstruktur |
| Komplexität | Teilweise durch Stützstrukturen und Überhänge begrenzt | Sehr hohe Gestaltungsfreiheit für komplexe Geometrien |
| Einsatzzweck | Prototypen, Vorrichtungen, Ersatzteile und Funktionsteile | Komplexe Funktionsteile und Kleinserien |
| Mechanik | Mechanische Eigenschaften können stärker von der Schichtrichtung abhängen | Häufig gleichmäßigere mechanische Eigenschaften |
| Stützstrukturen | Bei bestimmten Überhängen notwendig | Normalerweise keine separaten Supportstrukturen notwendig |
| Oberfläche | Typische Schichtlinien können sichtbar sein | Gleichmäßige, meist leicht raue Oberfläche |
| Einzelteile | Häufig besonders wirtschaftlich | Kann bei Einzelteilen vergleichsweise aufwendig sein |
| Kleinserien | Gut geeignet, beispielsweise über Print Farms | Sehr gute Bauraumausnutzung möglich |
Stützstrukturen bei FDM und SLS
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen FDM und SLS betrifft die Herstellung komplexer Geometrien.
Ein FDM-Drucker trägt den Kunststoff Schicht für Schicht auf. Bestimmte Bereiche eines Bauteils können deshalb nicht ohne zusätzliche Unterstützung in der Luft gedruckt werden.
Bei starken Überhängen werden häufig sogenannte Supportstrukturen benötigt. Diese werden zusätzlich zum eigentlichen Bauteil gedruckt und nach Abschluss des Druckvorgangs wieder entfernt.
Das verursacht zusätzlichen Materialverbrauch und kann die Nachbearbeitung verlängern. An den Kontaktflächen können außerdem Spuren des Supports zurückbleiben.
Beim SLS-Verfahren sieht die Situation anders aus. Das Bauteil befindet sich vollständig innerhalb des Pulverbetts. Das umliegende, nicht gesinterte Pulver unterstützt die entstehenden Strukturen während des Druckprozesses.
Separate Supportstrukturen sind deshalb normalerweise nicht notwendig.
Besonders bei komplexen Bauteilen ist das ein erheblicher Vorteil.
Das umliegende Pulver stabilisiert das Bauteil während des Drucks und ermöglicht dadurch deutlich mehr geometrische Freiheit.
Welche Technologie bietet mehr geometrische Freiheit?
Für sehr komplexe Geometrien ist SLS häufig besonders interessant. Konstruktionen können gefertigt werden, die sich mit klassischen Fertigungsverfahren nur mit erheblichem Aufwand herstellen lassen.
Möglich sind beispielsweise komplexe Gitterstrukturen, Hinterschneidungen, ineinandergreifende Komponenten und zahlreiche organisch geformte Bauteile.
Auch beim FDM-Druck lassen sich komplexe Konstruktionen herstellen. Allerdings müssen Überhänge, Brücken und Stützstrukturen bereits während der Konstruktion berücksichtigt werden.
Durch eine geeignete Bauteilorientierung lässt sich der Supportbedarf häufig deutlich reduzieren. Trotzdem besitzt SLS in diesem Bereich in vielen Fällen einen Vorteil.
Oberflächenqualität: FDM oder SLS?
Die gewünschte Oberfläche ist ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium beim Vergleich FDM vs. SLS.
Beim FDM-Druck entstehen durch den schichtweisen Materialauftrag charakteristische Linien. Wie deutlich diese sichtbar sind, hängt unter anderem von der verwendeten Schichthöhe, der Düsengröße, der Druckgeschwindigkeit, dem Material und der Bauteilorientierung ab.
Mit einer geringen Schichthöhe und optimierten Druckparametern lassen sich hochwertige Oberflächen erzielen. Die typische Schichtstruktur kann jedoch weiterhin erkennbar sein.
SLS-Bauteile besitzen meist eine gleichmäßigere, leicht raue oder körnige Oberfläche. Deutliche horizontale Schichtlinien fallen optisch häufig weniger stark auf.
Beide Verfahren ermöglichen zusätzliche Nachbearbeitung.
- Schleifen
- Strahlen
- Lackieren
- Polieren
- Färben
- Versiegeln
- Beschichten
Welches Verfahren die bessere Oberfläche liefert, hängt deshalb auch davon ab, welche Nachbearbeitung vorgesehen ist.
- Schichthöhe gezielt einstellbar
- leicht zu schleifen und zu lackieren
- für viele Sichtprototypen ausreichend
- Schichtlinien können sichtbar bleiben
- gleichmäßiger Gesamteindruck
- keine typischen Supportkontaktstellen
- gut zum Färben und Strahlen geeignet
- typisch leicht raue Oberfläche
Mechanische Eigenschaften von FDM und SLS
Besonders bei funktionalen Bauteilen spielt die mechanische Belastbarkeit eine zentrale Rolle.
FDM-Bauteile bestehen aus vielen einzelnen extrudierten Materialbahnen. Zwischen den einzelnen Schichten entstehen Verbindungsbereiche. Die Belastbarkeit kann deshalb abhängig von der Bauteilorientierung unterschiedlich ausfallen.
Die Konstruktion und Ausrichtung des Bauteils während des Drucks sind daher wichtige Faktoren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass FDM-Bauteile grundsätzlich instabil sind. Mit geeigneten Materialien, optimierten Temperaturen, sinnvoller Bauteilorientierung und angepassten Wandstärken können sehr belastbare Funktionsteile hergestellt werden.
SLS-Bauteile besitzen häufig gleichmäßigere mechanische Eigenschaften. Das kann insbesondere bei Bauteilen interessant sein, die aus unterschiedlichen Richtungen belastet werden.
Entscheidend sind letztendlich immer Material, Bauteilgeometrie und konkrete Belastung.
Materialauswahl beim FDM-Druck
Die Materialauswahl zählt zu den größten Vorteilen von FDM. Für nahezu jeden typischen Anwendungsfall stehen entsprechende Filamente zur Verfügung.
PLA
PLA lässt sich vergleichsweise einfach verarbeiten und eignet sich hervorragend für Modelle, Anschauungsobjekte und frühe Prototypen.
PETG
PETG bietet eine interessante Kombination aus Zähigkeit, einfacher Verarbeitung und chemischer Beständigkeit. Dadurch eignet es sich für zahlreiche technische Anwendungen.
ABS und ASA
ABS wird seit vielen Jahren für technische Kunststoffteile verwendet. ASA besitzt ähnliche Eigenschaften und bietet zusätzlich eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Witterung und UV-Strahlung.
TPU
TPU ist ein flexibles Material und eignet sich beispielsweise für elastische Bauteile, Schutzkomponenten, Dämpfungselemente und flexible Verbindungen.
Nylon
Nylon beziehungsweise Polyamid kann aufgrund seiner Zähigkeit und Belastbarkeit für zahlreiche mechanische Komponenten eingesetzt werden.
Faserverstärkte Filamente
Für anspruchsvolle Anwendungen gibt es Filamente mit Glasfasern oder Kohlenstofffasern. Sie können die Steifigkeit des Materials deutlich erhöhen und sind insbesondere für technische Bauteile interessant.
Materialauswahl beim SLS-Druck
Beim SLS-Druck ist die Auswahl typischerweise konzentrierter als beim FDM-Verfahren. Dafür stehen bewährte technische Werkstoffe zur Verfügung.
Besonders verbreitet ist PA12. Das Material wird für Gehäuse, Verbindungselemente, funktionale Prototypen und zahlreiche andere technische Komponenten verwendet.
PA11 bietet ebenfalls interessante mechanische Eigenschaften und kann je nach Anwendung eine Alternative zu PA12 darstellen.
Zusätzlich gibt es flexible Pulverwerkstoffe wie TPU sowie gefüllte Materialien für spezielle technische Anforderungen.
FDM vs. SLS bei der Maßhaltigkeit
Für technische Bauteile ist die Maßhaltigkeit häufig wichtiger als die reine Optik.
Moderne professionelle FDM-Systeme können sehr präzise Bauteile produzieren. Faktoren wie Materialschrumpfung, Bauteilorientierung, Kühlung, Drucktemperatur und Maschineneinstellungen beeinflussen jedoch das Ergebnis.
Auch beim SLS-Verfahren müssen thermische Einflüsse berücksichtigt werden. Die erreichbare Genauigkeit hängt von Maschine, Werkstoff, Bauteilgeometrie und Prozessführung ab.
Es wäre deshalb zu einfach, einem der beiden Verfahren grundsätzlich eine höhere Genauigkeit zuzusprechen.
Für ein konkretes Projekt sollten immer die geforderten Toleranzen mit den Möglichkeiten der jeweiligen Fertigungsanlage verglichen werden.
Produktionsgeschwindigkeit bei FDM und SLS
Die reine Druckgeschwindigkeit ist nur ein Teil der tatsächlichen Produktionszeit.
Beim FDM-Druck muss der Druckkopf die einzelnen Bereiche eines Bauteils nacheinander abfahren. Größere Objekte, hohe Füllgrade und feine Schichthöhen können die Druckzeit deutlich erhöhen.
Mehrere FDM-Drucker können allerdings gleichzeitig produzieren. Genau dieses Prinzip wird bei sogenannten Print Farms genutzt.
Beim SLS-Verfahren kann der komplette Bauraum genutzt werden. Bauteile lassen sich nicht nur nebeneinander, sondern abhängig von der Konstruktion auch in unterschiedlichen Ebenen innerhalb des Pulverbetts anordnen.
Dadurch kann ein SLS-Bauraum viele einzelne Teile enthalten.
Nach dem eigentlichen Druckprozess müssen allerdings zusätzliche Prozessschritte berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem das Abkühlen des Bauraums, das Auspacken der Teile und das Entfernen des überschüssigen Pulvers.
Für einfache Prototypen und Einzelanfertigungen ist FDM häufig besonders wirtschaftlich.
Viele kleine Teile können gemeinsam in einem gut ausgelasteten Bauraum produziert werden.
Komplexe Geometrien profitieren besonders davon, dass keine klassischen Supportstrukturen notwendig sind.
Kosten: Ist FDM oder SLS günstiger?
Die Kostenfrage lässt sich nicht mit einer einzigen Antwort lösen.
Für einzelne Prototypen und einfache Bauteile ist FDM häufig sehr wirtschaftlich. Die Anlagen sind vergleichsweise einfach aufgebaut und das Ausgangsmaterial lässt sich unkompliziert lagern und wechseln.
Außerdem wird im Wesentlichen nur das Material für das eigentliche Bauteil, den Infill und eventuell benötigte Supportstrukturen verarbeitet.
SLS-Anlagen sind technisch aufwendiger. Pulvermanagement, Temperaturkontrolle und Lasertechnik erhöhen den Aufwand der Produktion.
Bei größeren Stückzahlen kann SLS trotzdem wirtschaftlich interessant werden. Entscheidend ist die Auslastung des verfügbaren Bauraums.
Werden viele kleine Teile gleichzeitig produziert, verteilen sich bestimmte Prozesskosten auf eine größere Anzahl von Bauteilen.
Faustregel für die Auswahl
Bei einzelnen, vergleichsweise einfachen Prototypen spricht wirtschaftlich häufig viel für FDM. Bei geometrisch komplexen Funktionsteilen und gut ausgelasteten Kleinserien kann SLS besonders interessant sein.
Nachbearbeitung beim FDM-Druck
Nach dem FDM-Druck können je nach Anwendung weitere Arbeitsschritte notwendig sein.
Besonders häufig müssen zunächst die Supportstrukturen entfernt werden. Bei einfachen Funktionsbauteilen kann das bereits ausreichen.
Für optisch hochwertige Bauteile sind weitere Bearbeitungsmethoden möglich.
- Schleifen
- Spachteln
- Grundieren
- Lackieren
- Bohren
- Gewindeschneiden
- Kleben
- Glätten
Wie groß der Aufwand ausfällt, hängt stark von der gewünschten Oberflächenqualität ab.
Für glattere Oberflächen und vorbereitete Sichtflächen.
Für individuelle Farben und eine hochwertigere Optik.
Besonders bei SLS für eine gleichmäßige Oberflächenbearbeitung.
Häufige Option für SLS-Bauteile aus Polyamid.
Nachbearbeitung beim SLS-Druck
Auch ein SLS-Bauteil ist nach dem eigentlichen Druckprozess noch nicht automatisch fertig.
Zunächst wird das Bauteil aus dem Pulverbett entnommen. Anschließend muss überschüssiges Pulver entfernt werden.
Je nach Produktionsumgebung kommen dafür beispielsweise Druckluft und Strahlsysteme zum Einsatz.
Danach können weitere Bearbeitungsschritte folgen, beispielsweise Färben, Polieren, Lackieren oder Versiegeln.
Ein wichtiger Vorteil ist, dass normalerweise keine klassischen Supportstrukturen vom Bauteil entfernt werden müssen.
FDM für Prototypen
FDM gehört zu den besonders interessanten Technologien für schnelle Prototypen.
Ein digitales Modell kann konstruiert, gesliced und direkt produziert werden. Nach dem ersten Test lässt sich das CAD-Modell verändern und eine neue Version herstellen.
Dadurch können Entwicklungszyklen erheblich beschleunigt werden.
Typische Anwendungen sind:
- Gehäuse
- Halterungen
- Montagehilfen
- Designmodelle
- Funktionsprototypen
- Schablonen
- Vorrichtungen
- Ersatzteile
Gerade in frühen Entwicklungsphasen können zunächst mehrere Varianten getestet werden, bevor eine aufwendigere Produktion beginnt.
SLS für funktionale Prototypen
SLS ist besonders interessant, wenn ein Prototyp nicht nur die Form eines späteren Bauteils darstellen, sondern bereits funktionale Eigenschaften besitzen soll.
Polyamidwerkstoffe ermöglichen robuste Bauteile, die für zahlreiche mechanische Tests eingesetzt werden können.
Außerdem können komplizierte Bauteile teilweise ohne separate Montage einzelner Komponenten gefertigt werden.
Typische Einsatzgebiete sind:
- mechanisch belastete Prototypen
- Schnappverbindungen
- technische Gehäuse
- komplexe Luftführungen
- bewegliche Konstruktionen
- technische Funktionsteile
- kleine Serien
FDM oder SLS für Kleinserien?
Beide Verfahren können für Kleinserien eingesetzt werden.
Bei FDM kann eine größere Anzahl einzelner Drucker parallel arbeiten. Dieses Prinzip ermöglicht eine hohe Flexibilität, da einzelne Maschinen unabhängig voneinander produzieren können.
Bei SLS wird dagegen versucht, den verfügbaren Bauraum möglichst effizient mit Bauteilen zu füllen.
Besonders bei kleineren und geometrisch komplexen Komponenten kann diese Bauraumnutzung interessant sein.
Die wirtschaftlichste Lösung hängt deshalb von Stückzahl, Bauteilvolumen, Material, Produktionszeit und Nachbearbeitung ab.
- du schnell und kostengünstig Prototypen brauchst
- du eine sehr große Materialauswahl möchtest
- Einzelteile oder einfache Funktionsteile gefertigt werden
- du flexibel unterschiedliche Materialien einsetzen willst
- die Geometrie sehr komplex ist
- keine klassischen Supportstrukturen gewünscht sind
- viele kleine Teile gemeinsam produziert werden sollen
- funktionale Kleinserien im Fokus stehen
Wann ist FDM die bessere Wahl?
FDM 3D-Druck bietet sich besonders an, wenn eine hohe Flexibilität und überschaubare Fertigungskosten wichtig sind.
Typische Einsatzbereiche sind:
- schnelle Prototypen
- Einzelanfertigungen
- Vorrichtungen
- Montagehilfen
- Ersatzteile
- Anschauungsmodelle
- Gehäuse
- große Bauteile mit geeigneter Geometrie
- individuelle Funktionsteile
Ein weiterer Vorteil besteht in der großen Auswahl unterschiedlicher Materialien. Dadurch lassen sich Eigenschaften wie Flexibilität, UV-Beständigkeit, Temperaturbeständigkeit oder Steifigkeit gezielt beeinflussen.
Wann ist SLS die bessere Wahl?
SLS spielt seine Stärken insbesondere bei komplexen Geometrien und funktionalen Bauteilen aus.
Typische Anwendungen sind:
- komplexe technische Komponenten
- Kleinserien
- Bauteile mit Hinterschneidungen
- funktionale Prototypen
- Schnappmechanismen
- bewegliche Konstruktionen
- leichte und komplexe Strukturen
- technische Gehäuse
Insbesondere der Wegfall separater Supportstrukturen ermöglicht Konstruktionen, die bei anderen additiven Verfahren erheblich mehr Nacharbeit verursachen können.
FDM oder SLS für Ersatzteile?
Sowohl FDM als auch SLS eignen sich für die Herstellung von Ersatzteilen.
FDM ist häufig eine interessante Lösung für Abdeckungen, Halter, Clips, Adapter, Montagekomponenten und andere vergleichsweise einfache Bauteile.
SLS kann seine Vorteile bei geometrisch anspruchsvolleren Ersatzteilen ausspielen.
Additive Fertigung ermöglicht außerdem eine digitale Ersatzteillagerung. Anstatt jedes Bauteil dauerhaft physisch zu lagern, kann die entsprechende 3D-Datei gespeichert und das Ersatzteil bei Bedarf produziert werden.
Gerade bei selten benötigten Komponenten kann dieses Konzept interessant sein.
FDM und SLS gemeinsam in der Produktentwicklung
Die Entscheidung muss nicht grundsätzlich zwischen FDM oder SLS fallen. Beide Technologien können innerhalb eines Entwicklungsprojekts unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
In einer frühen Entwicklungsphase können beispielsweise kostengünstige FDM-Prototypen hergestellt werden. Damit lassen sich Form, Einbauraum, Ergonomie und grundlegende Abmessungen überprüfen.
Anschließend kann das Design angepasst werden.
Für spätere Funktionsprüfungen kann SLS zum Einsatz kommen, wenn komplexere Geometrien oder bestimmte Materialeigenschaften gefragt sind.
Auch eine Vorserie lässt sich abhängig vom Bauteil additiv herstellen.
Bei sehr hohen Stückzahlen kann anschließend geprüft werden, ob ein klassisches Fertigungsverfahren wie Spritzguss wirtschaftlicher ist.
Konstruktion für FDM und SLS
Die Qualität eines 3D-Druckteils hängt nicht ausschließlich vom Drucker ab. Eine für das jeweilige Verfahren geeignete Konstruktion ist mindestens genauso wichtig.
Konstruktion für FDM
Beim FDM-Druck sollten unter anderem Bauteilorientierung, Wandstärken, Überhänge, Brücken und Supportbereiche berücksichtigt werden.
Auch die spätere Belastungsrichtung kann Einfluss auf die optimale Druckorientierung haben.
Konstruktion für SLS
SLS bietet größere geometrische Freiheit, besitzt aber ebenfalls konstruktive Grenzen.
Bei Hohlräumen muss beispielsweise berücksichtigt werden, wie überschüssiges Pulver nach dem Druck wieder entfernt werden kann.
Auch Mindestwandstärken, Spaltmaße und sehr feine Strukturen müssen an den jeweiligen Fertigungsprozess angepasst werden.
Eine auf additive Fertigung abgestimmte Konstruktion kann deshalb erheblichen Einfluss auf Qualität und Kosten haben.
Nachhaltigkeit von FDM und SLS
Auch der Ressourcenverbrauch kann bei der Wahl eines Fertigungsverfahrens eine Rolle spielen.
Beim FDM-Verfahren wird Material hauptsächlich für das Bauteil selbst, den Infill und eventuell benötigte Supportstrukturen eingesetzt.
Ausschuss, Testdrucke und Supports verursachen zusätzliches Material.
Beim SLS-Verfahren bleibt nach einem Druckprozess ungesintertes Pulver im Bauraum zurück. Je nach Material und Fertigungsprozess kann ein Teil davon erneut genutzt werden.
Eine seriöse Bewertung der Nachhaltigkeit sollte deshalb nicht nur den Materialverbrauch während des Drucks betrachten.
Weitere Faktoren sind:
- Energiebedarf
- Materialherstellung
- Auslastung der Maschine
- Ausschuss
- Transportwege
- Lebensdauer des Bauteils
- Bauteilgewicht
- Recyclingmöglichkeiten
Fazit: FDM vs. SLS, welches Verfahren ist besser?
Beim Vergleich FDM vs. SLS gibt es keinen pauschalen Gewinner. Beide Verfahren besitzen unterschiedliche Stärken und eignen sich für unterschiedliche Anwendungen.
FDM bietet eine besonders große Materialauswahl, hohe Flexibilität und vergleichsweise niedrige Einstiegshürden. Das Verfahren eignet sich hervorragend für Prototypen, Ersatzteile, Montagehilfen, Vorrichtungen und zahlreiche funktionale Einzelteile.
SLS bietet dagegen eine sehr hohe geometrische Freiheit. Da normalerweise keine zusätzlichen Stützstrukturen notwendig sind, können komplexe Bauteile effizient hergestellt werden. Das Verfahren eignet sich deshalb besonders für anspruchsvolle Funktionsteile und Kleinserien.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht einfach, ob FDM oder SLS besser ist.
Viel wichtiger ist die Frage, welches Verfahren für das konkrete Bauteil besser geeignet ist.
Material, Geometrie, Stückzahl, mechanische Anforderungen, gewünschte Oberfläche, Produktionszeit und Budget sollten gemeinsam bewertet werden.
In vielen Projekten können sich beide Technologien sogar sinnvoll ergänzen. FDM kann beispielsweise für schnelle Entwicklungsprototypen genutzt werden, während SLS später komplexe Funktionsteile oder Kleinserien übernimmt.
Häufig gestellte Fragen zu FDM vs. SLS
Was ist der größte Unterschied zwischen FDM und SLS?
Beim FDM-Verfahren wird thermoplastisches Filament geschmolzen und über eine Düse Schicht für Schicht aufgetragen. Beim SLS-Verfahren wird Kunststoffpulver in einem Pulverbett durch einen Laser gezielt verbunden.
Was ist günstiger, FDM oder SLS?
Für einzelne Prototypen und einfache Bauteile ist FDM häufig besonders wirtschaftlich. Bei vielen komplexen Bauteilen kann SLS durch eine effiziente Nutzung des Bauraums ebenfalls wirtschaftlich interessant sein.
Ist SLS stabiler als FDM?
SLS-Bauteile besitzen häufig gleichmäßigere mechanische Eigenschaften in unterschiedlichen Belastungsrichtungen. FDM-Bauteile können jedoch mit geeigneten Materialien, Druckparametern und einer passenden Bauteilorientierung ebenfalls sehr belastbar sein.
Benötigt SLS Stützstrukturen?
Beim SLS-Druck sind normalerweise keine separaten Stützstrukturen notwendig, weil das umliegende, nicht gesinterte Pulver das Bauteil während des Druckprozesses unterstützt.
Kann FDM für professionelle Bauteile verwendet werden?
Ja. FDM wird professionell für Prototypen, Vorrichtungen, Montagehilfen, Ersatzteile, Werkzeuge und funktionale Endbauteile eingesetzt. Die Eigenschaften hängen stark vom verwendeten Material und Druckprozess ab.
Welches Verfahren eignet sich besser für Kleinserien?
Das hängt von Bauteilgeometrie, Größe und Stückzahl ab. SLS kann bei komplexen Teilen durch die effiziente Bauraumnutzung Vorteile bieten. FDM kann insbesondere bei einfacheren Bauteilen und paralleler Produktion mit mehreren Druckern wirtschaftlich sein.
Welche Materialien werden bei FDM verwendet?
Zu den häufig verwendeten FDM-Materialien gehören PLA, PETG, ABS, ASA, TPU, Nylon und Polycarbonat. Zusätzlich stehen zahlreiche glasfaserverstärkte und kohlenstofffaserverstärkte Filamente zur Verfügung.
Welche Materialien werden beim SLS-Druck verwendet?
Besonders verbreitet sind Polyamide wie PA12 und PA11. Zusätzlich können abhängig von der Anlage flexible Materialien wie TPU sowie gefüllte technische Kunststoffpulver verarbeitet werden.
Welches Verfahren eignet sich besser für komplexe Bauteile?
Für besonders komplexe Geometrien besitzt SLS häufig Vorteile, da normalerweise keine separaten Supportstrukturen notwendig sind. Dadurch lassen sich Hinterschneidungen und zahlreiche komplexe Strukturen einfacher fertigen.
Ist die Oberfläche bei FDM oder SLS besser?
FDM-Bauteile können sichtbare Schichtlinien besitzen. SLS-Bauteile haben typischerweise eine gleichmäßige, leicht raue Oberfläche. Welche Variante besser geeignet ist, hängt vom Einsatzzweck und der geplanten Nachbearbeitung ab.
